Rückblick 2011

 

Resümee


Das Jahr 2011 war durch eine zusätzliche Aufführung des Requiems von Brahms, eine Konzertreise im Sommer nach Bad Sooden-Allendorf (17.-19.06.2011) und jeweils zwei Konzerte in Berlin (zwei Sommerkonzerte am 25.06.2011 in der Grunewaldkirche und am 26.06.2011 in der ASKA  sowie zwei Winterkonzerte am 10.12.2011 in der Grunewaldkirche und am 11.12.2011 in der ASKA) gekennzeichnet. Die zusätzliche Aufführung des Requiems von Brahms kam durch den Wunsch der Kantorei des Johannesstiftes zu Stande, die das Werk auch in ihrer "Heimat", der Stiftskirche im Johannesstift, aufgeführt haben wollte. Die beiden Aufführungen in 2010 fanden in anderen Kirchen statt, am 07.11.2010 in der Jesus Christus Kirche in Dahlem und am 13.11.2010 in der Grunewaldkirche.

Hier im Überblick unsere Programme aller Konzerte im Jahre 2011:

         Konzert im Frühjahr

         J.Brahms:          Ein Deutsches Requiem (Neuaufführung im Johannesstift

                                                            Spandau   Leitung: Jürgen Lindner)

         Sommerkonzerte und Konzertreise

         C.W.Gluck:         Iphigenie in Aulis

         W.A.Mozart:       Klavierkonzert Nr.20  d-moll  KV 466

         L.v.Beethoven:   Symphonie Nr. 6  F-Dur   op. 68 (”Pastorale”)

 

         Winterkonzerte
         F.M.Bartholdy:    Ouvertüre zu   Ouvertüre für Bläser op. 24
         M.Bruch:            Romanze (Solistin: Laura Möhr, Viola)
         P.Hindemith:       Trauermusik (Solistin:Laura Möhr)
         J.Brahms:           Symphonie Nr. 2 D-Dur  op. 73
 

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                                Die Konzertreise nach Bad Sooden-Allendorf

Unsere Reise in 2011 war in mehrerer Hinsicht etwas anders als unsere letzten Reisen:

1. hatten wir einen neuen Reiseleiter, denn Helmut hatte auf der Rückfahrt   

    unserer Reise 2009 im Bus seinen "Rücktritt aus Vorsicht und Altersgründen"

    angekündigt, stand aber zur Unterstützung und Einarbeitung seines

    Nachfolgers Ulli gern zur Verfügung. Helmut hatte sich natürlich vorher um

    einen ambitionierten Nachfolger gekümmert und fand Ulli, der sich bereit
    erklärte, diese Aufgabe zu übernehmen.

2. hatten wir ein neues Quartier, denn es war auch schon bei der Abreise in 2009

    klar, daß unser langjähriges Quartier in der Europa-Akademie in Meinhard-

    Grebendorf bei Eschwege nicht mehr für uns zur Verfügung stehen würde weil

    einerseits die reizenden Wirtsleute in den Ruhestand getreten sind und

    andererseits das Anwesen in Zukunft mit einem neuen Träger und anders

    genutzt werden sollte. Mit Hilfe der Mitarbeiter in der kommunalen

    VHS-Verwaltung in Eschwege konnte Ulli Kontakt zu dem Alten Forsthaus in

    Germerode (Gemeindebereich Meissner) aufnehmen, in dem für uns ideale

    Verhältnisse und Bedingungen (Lage, Preis, Unterbringung, Wirtsleute, Küche)

    vorzufinden waren.

Wir fuhren, wie immmer pünktlich Freitag, den 17.06.2011 16:00 Uhr vom ZOB ab, diesmal nicht mit einem Bus der Firma BVB sondern mit BerlinLinienBus und einem netten, hilfsbereiten Fahrer. Etwa gegen 21 Uhr trafen wir dann im Alten
Forsthaus in Germerode ein. Die Organisation mit der Verteilung der Räume und Betten war wie immer perfekt, sodaß wir relativ schnell zum Abendbrot an den Tischen saßen. Die Unterbringung war auf mehrere Häuser in enger Nachbarschaft verteilt. Den besten Überblick über Konzeption, Ausstattung und Nutzung der Einrichtung kann man sich über deren Internet-Auftritt unter der Adresse des Alten Forsthauses verschaffen.

Am Samstag war wie üblich (und notwendig) vormittags eine Probe im Kur- und Kongreßzentrum Bad Sooden-Allendorf vorgesehen, um die Sitzordnung festzulegen, die Akustik kennen zu lernen, die Beleuchtung einstellen zu lassen und die Stücke in dieser Umgebung noch einmal zu spielen. Kurz bevor der erste Ton dieser Probe erklang, blieb allen auf der Bühne das Herz stehen: unsere Pianistin war bei dem Weg zu ihrem Klavierhocker, der in der Nähe der Bühnenkante stand, ins Straucheln gekommen und stürzte von der Bühne auf den Saalboden und blieb dort liegen. Zwei medizinisch kompetente Orchester-mitglieder kümmerten sich um sie. Gott sei Dank war auf den ersten Blick nichts ernsthaftes passiert, von einem kleinen Schock und schmerzhaften Prellungen abgesehen. Frau Sternlicht konnte spielen !

Nach der Probe ging's mit dem Bus nach Germerode zum Mittagessen. Nach dem (vorzüglichen) Mittagessen gab es eine ca. 2-stündige Ruhepause, bevor es dann wieder mit dem Bus nach Bad Sooden-Allendorf (in Konzertkleidung !) zur
Anspielprobe und, wiederum nach einer Pause, zum Konzert auf die Bühne ging. Unser Konzert war im ganzen Landkreis durch von unserem Designer entworfene Plakate und in der örtlichen Presse angekündigt worden. Wir wurden vom Landrat
begrüßt, der auch das Konzert anmoderierte. Es gibt ja bekanntlich auf kommunaler Ebene eine Partnerschaft zwischen dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und dem Werra-Meißner-Kreis. Der Saal war gut besucht, aber nicht ausverkauft. Es gelang uns, unser oben angegebenes Programm sehr gut zu interpretieren und wir erhielten ehrlichen Applaus und auch vom Landrat
abschließend anerkennende Worte verbunden mit dem Wunsch, uns möglichst im 2-Jahres-Rythmus wieder begrüßen zu können. Auch die örtliche Presse war sehr anerkennend. Es folgten Rückfahrt, Abendessen und Trinken (!!) sowie geselliges
Beisammensein bis in die Nacht.

Für denSonntagvormittag hatte Ulli als Überraschung eine kleine Wanderung durch Mohnfelder und eine Führung durch die Klosteranlage in Germerode organisiert. Während der Führung wiederum überraschten uns Petra und Ellen in einer sehr romantischen Umgebung im Kloster mit einer kleinen musikalischen Darbietung, die sehr stimmungsvoll war. Nähere Informationen zum Kloster in Germerode können Sie unter der Internet-Adresse des Klosters nachlesen. Ein paar Erinnerungsfotos finden Sie in der Bildergalerie auf der Seite Bildergalerie. Nach einer herzlichen kleinen Ansprache vom Heimleiter nach dem Essen stiegen wir in unseren Bus. Die Rückfahrt verlief ohne Staus und Zwischenfälle, sodaß wir gegen 20:00 Uhr wieder am ZOB eintrafen.

 

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Die Berliner Sommer- und WinterKonzerte



Da unsere Sommerkonzerte kurz nach unserer Rückkehr aus Bad Sooden-Allendorf stattfanden, hatten sie auch das gleiche Programm. Beide Konzerte waren gut besucht. Wir mußten noch bangen, ob unsere Solistin sich von Ihrem Unfall in Bad Sooden soweit erholt hatte, daß sie spielen kann. Sie hatte zwar noch Schmerzen beim Sitzen (für eine Pianistin eine Katastrophe !) aber sie biß die Zähne zusammen und spielte ihren Part gewohnt souverän, keiner merkte ihr an, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatte. Das Konzert in der Grunewaldkirche mußte um 1 Stunde auf 18:00 Uhr verschoben werden wegen Terminproblemen. Frau Sternlicht spielte auf dem Superflügel mit der bewegten Geschichte, den die Grunewaldgemeinde vor einigen Jahren von einem Sponsor erhalten hatte. Wir erinnerten uns daran, daß wir im Jahre 2004 mit einem Chopin-Klavierkonzert diesen Flügel einweihen durften.

In der ASKA hatten wir nach jahrelangen Verhandlungen erreicht, daß die Möglichkeit einer Bühnenvergrößerung von der Schulleitung bewilligt wurde. Allerdings mußten wir die Auflage akzeptieren, daß diese durch Anbauelemente realisierte Lösung nur für die Konzerte zum Einsatz kommt. Das bedeutet, daß eine "Bautruppe" von uns vor und nach dem Konzert etwa 2 Stunden schwer arbeiten muß. Ein besonderes Lob an dieser Stelle für die etwa 6-8 Männer um Ulli ! Es folgten die wohl verdienten probenlosen Sommerferien.

Für den Winter hatten wir uns, inspiriert durch die intensive Arbeit mit dem Brahms-Requiem im Herbst 2010, das erste Mal eine Brahms-Symphonie vorgenommen. Die Entscheidung fiel auf die 2.Symphonie in D-Dur op. 73. Als die Noten das erste Mal auf den Pulten lag und wir zum Kennenlernen vom Blatt spielen wollten, hatte ein Teil der Mitglieder des Orchesters den Eindruck: "das schaffen wir nie !" In der Tat haben alle Instrumentengruppen an mehreren Stellen extrem schwierige Passagen zu bewältigen. Da aber alle von dem Ziel träumten, dieses herrliche Werk zum klingen zu bringen, blieben wir hart am Ball.
In den Ferien konnte sich jeder die schwierigen Stellen vornehmen, und so nahm die Symphonie von Woche zu Woche langsam Gestalt an. Die Bläser hatten sich von Menselssohn-Bartholdy eine “Overtüre für Harmoniemusik” op. 24 ausgesucht. Unser Programm wurde durch dieses Plakat angekündigt.

Und wir hatten ja noch den Hindemith und den Bruch mit den Bratschen-Soli. Unsere junge aber dennoch sehr erfahrene und erfolgreiche Solistin Laura Möhr (Jahrgang 1987) wollten wir natürlich auch optimal begleiten. Da waren hauptsächlich die Streicher gefordert. Die Bläser hatten sich ein Werk von F.M.Bartholdy ausgewählt, zu dem unsere Bläser noch einige "orchesterfremde" Bläser hinzuholen mußten. Das Konzert war also wieder einmal ein "schwerer Brocken". Unsere Zuhörer in Grunewald und Tempelhof spendeten reichlich Applaus, auch wir waren mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden, obwohl
nicht ganz zu verheimlichen war, daß wir mit der Brahms-Symphonie an der Grenze unserer Möglichkeiten waren. Aber was soll's: Wir hatten alle unseren Spaß, gaben unser Bestes und die Zuhörer - zum großen Teil unsere Fan-Gemeinde - hatteneinen sehr schönen Konzertabend erlebt. Es sickerte ganz vorsichtig durch: "das nächste Konzert wird leichter, aber nicht minder intensiv" ! Für viele Orchestermitglieder klang das Orchester-Jahr, wie jedes Jahr, "beim Griechen" aus.

 

 

 

 

 

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